Dr. Caroll Dunham, M.D.
(29. Oktober 1828 -18. Februar 1877)

carroll_dunham.jpgwurde in New York City als Sohn eines wohlhabenden Händlers geboren. Seine Mutter starb während einer Cholera-Epidemie im Jahre 1834, kurz nachdem die Familie nach Brooklin übersiedelt war. In der Schule wurde er als stilles und fleißiges Kind geschätzt, das mehr am Lesen als am Herumtoben interessiert war. Mit 15 imatrikulierte er am Columbia College, das er 1847 mit Auszeichnung abschloss. Nachdem er das College verlassen hatte nahm er das Medizinstudium bei Dr. Whittaker, einem alten Schulmediziner, auf. Die erfolgreiche Behandlung seiner eigenen Erkrankung brachte ihn schließlich zur Homöopathie, er studierte das Prinzip der Methode Hahnemanns und wurde ein glühender Verfechter der Lehre. Dennoch besuchte er Kurse am New York College of Physicians and Surgeons und an den verschiedenene Kliniken, zu denen er Zutritt hatte.

Im Jahr 1850 schloss er sein Medizinstudium erfolgreich ab und reiste nach Europa. Seine weitere Ausbildung und Erweiterung seiner Erfahrung als Mediziner führten ihn nach Dublin, Paris, Wien und andere Zentren der Medizin. In Münster wurde er Schüler von Boenninghausen, wo er täglich seine Ordination aufsuchte und gewissenhaft Notizen über dessen Krankheitsfälle, deren Behandlung und die Ergebnisse machte.
Ein Jahr danach kehrte er wieder in die Vereinigten Staaten zurück und praktizierte in Brooklyn, New York. 1854 heiratete er Harriet Kellog.

Nach 4 Jahren erfolgreicher Praxis in Brooklyn erkrankte er mehrmals (einmal sogar mehrere Monate lang) und konnte sich nicht dauerhaft erholen. Es schien ihm damals dringend notwendig zu sein, einen Erholungsurlaub zu machen. So reiste er abermals nach Europa und verbrachte wieder einige Wochen bei Boenninghausen, um sein Wissen wieder aufzufrischen, wobei er fast den ganzen Tag bei ihm zubrachte. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten ging er nach Newburgh, New York und praktizierte 6 Jahre, bis ihn sein schlechter Gesundheitszustand wieder zur Schaffenspause zwang. Er fuhr zu den Westindischen Inseln und andere Ziele, um da Erholung zu finden. Schließlich ließ er sich in Irvington-on-the-Hudson nieder, wo er bis zu seinem Tod lebte.

1865 nahm er einen Lehrstuhl für Materia Medica im New York Homoeopathic Medical College an und war da auch als Dekan tätig.

Im Jahr 1874 legte er aus gesundheitlichen Gründen alle Funktionen zurück und ging wieder nach Europa, wo er sich im Lauf eines Jahres völlig erholen konnte.

“ With a large and well balanced mind, a clear and discriminating judgment, with definite views an most questions of human interest, he combined a wonderful simplicity and purity of character and an amiable and cheerful disposition. While his public discourses were models of clear and concise argumentation, the richness and sprightliness of his ordinary conversation made him the charm of the social and domestic circle.”

Das AIH Meeting im Jahre 1876 in Philadelphia war ein Wendepunkt für die Homöopathie in den Vereinigten Staaten. Auf der einen Seite waren die Anhänger wie Hering, Lippe, Wells und Wesselhoeft, auf der anderen Seite die “mixer”, die Allopathie und Homöopathie unter dem Motto “dies für das” lehrten.
Dunhams Bemühungen, einen Konsens zwischen beiden Gruppierungen herzustellen, belasteten seine Gesundheit schwer. Er starb nach einem Kongress des Jahres 1876 und wurde auf dem Greenwood Cemetery in Brooklyn begraben, seine Frau folgte ihm ein Jahr später.


Seine Arzneien

Ein Besuch bei Bönninghausen in Münster inspirierte 1851 Dr. Carroll Dunham, sich mit Hochpotenzen zu beschäftigen. Zur Erprobung der Arzneiwirkung von 200er Potenzen entwickelte Dunham 1851 eine Apparatur, mit deren Hilfe er rasch und effektiv Arzneien hochpotenzieren konnte. Ihn interessierte vor allem die Frage, ob eine Wirkungsveränderung durch die starke mechanische Energie bei der Herstellung eintritt, und/oder ob die Energie der potenzierenden Person für eine Arzneiwirkung ausschlaggebend ist. In einem Brief an Dr. Lippe beschrieb er die Anlage:

"Eine stillgelegte Ölmühle, die mit Wasser angetrieben wurde, wurde für die Arzneipotenzierung eingesetzt. Sie bestand aus 4 Schlagbolzen, die jeder im Quadrat 20cm maßen und 2,5m hoch waren und mehr als 500kg wogen. Diese wurden bei jedem Schlag 45 cm hochgehoben und herabfallen gelassen... Eng um die Stössel herum wurde eine massive Halterung aus Eichenholz für die Aufnahme von 120 Arzneifläschchen befestigt, die Arzneien wurden bei jeder Potenzstufe 125 mal auf die beschriebene Weise geschüttelt... Es war schwierig, ein geeignetes Glas zu finden, das dieser groben Behandlung widerstand. Ich verwendete pro Arznei ein einzelnes Glas, das nach dem Entleeren etwa 2 Tropfen Flüssigkeit zurückhielt. Ich fügte 198 Tropfen Alkohol in das Fläschchen und schüttelte es abermals..." Später berichtet Dunham, dass er bei der Arbeit von seinem Vater assistiert wurde, allein das Waschen der Fläschchen dauerte mehr als eine Woche. (2)

Er stellte nach diesen Versuchen fest, dass kein "Magnetismus" der Herstellungsperson für die Arzneiwirkung Voraussetzung sei, da sonst seine Arzneien keine derart starke Wirkung entfalten könnten. Seine Arzneien wurden bis in die 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts verwendet und standen in hohem Ruf.

 

1 J. Winston, The Faces Of Homoeopathy, 1999
2 Hahnemannian Monthly, 1879, Vol III, S 499

 

Dunhampotenzen (englisch)

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