Q-Potenzen
Die Herstellung dieser 50.000er Arzneien (Quinquagintamillesimal-Potenzen) geht auf Hahnemanns Erkenntnisse seines letzten Lebensabschnittes zurück und ist im Organon der Heilkunde, Ausgabe 6 im § 270 definiert. Wesentlich sind hier die Verwendung von Mikroglobuli (1600 Stück pro Gramm) – Hahnemann sprach von mohnsamengroßen Zuckerkügelchen - und der Methode der C3-Frischpflanzenverreibung.
Herstellung:
Zunächst wird eine C3-Trituration angefertigt – Dauer jedes Schrittes 1 Stunde – und diese für die Herstellung der Q1 zunächst im Verhältnis 1:500 aufgelöst. Danach wird 1 Tropfen dieser Lösung im Verhältnis 1:100 mit einem Alkohol-Wasser-Gemisch verdünnt und 100 mal kräftig geschüttelt (nicht 10x wie bei den D- und C-Potenzen). 1 Tropfen dieser Lösung wird auf 500 Mikroglobuli aufgebracht und an der Luft getrocknet.
Durch die Hintereinanderreihung dieser Verdünnungsschritte erreicht man das Verhältnis von 1:50.000.
Um eine Q2 herzustellen
löst man einen Q1-Globulus in 100 Tropfen Alkohol-Wasser-Gemisch auf
und schüttelt 100 mal kräftig.
Danach wird die Lösung im Verhältnis 1:500 auf Mikroglobuli aufgebracht und getrocknet.
Anwendung
Bei der Einnahme dieser Arzneiform ist zu berücksichtigen, dass NIEMALS die Globuli selbst verabreicht werden, sondern eine daraus hergestellte Alkoholische Lösung. Wenn Q-Globuli verordnet werden, dienen sie lediglich zur Herstellung der Gebrauchslösung durch den Patienten selbst.
Bei Verordnung einer Q-Potenz lösen wir in unserem Labor einen Globulus in einem 10 ml Fläschchen gefüllt mit einem Alkohol/Wassergemisch. Dieses ist randvoll gefüllt, um eine unbeabsichtigte Dynamisierung bei Transport zu verhindern. Der Patient gießt vor der Anwendung etwa 1/3 Flüssigkeit ab und schüttelt vor jeder Einnahme 10 mal. Die Lösung ist zum Zwecke der Konservierung alkoholisch, außerdem fließt sie leichter durch den Tropfer hindurch.
In besonderen Situationen werden Q-Potenzen in Globuliform als Einmalgabe verordnet:
In diesem Fall geben wir das winzige Kügelchen in einer kleinen Menge Milchzucker zerdrückt als Pulverbriefchen ab. Wenn vom Therapeuten nicht anders vorgeschrieben wird der gesamte Inhalt des Briefchens in 100ml 20% Alkohol/Wassergemisch gelöst und wie oben beschrieben weiterverfahren.
Im Sinne einer „gleitenden“ Erhöhung der Potenzierung wird nach ca. 10 Einnahmen die nächsthöhere Q-Potenz verwendet, die ursprüngliche Einnahmelösung hat bereits in Summe 100 Schüttelschläge erfahren.
Einnahmehinweise
Anmerkung
Vielfach findet man in der Literatur die Aussage, Q und LM-Potenzen wären ident – das ist nicht korrekt, und dies aus mehreren Gründen:
1. Gemäß HAB wird bei der Herstellung von LM-Potenzen als Ausgangssubstanz der alkoholische Auszug in Form der Urtinktur verwendet. Bei Q-Potenzen wird von Anfang an verrieben.
2. Bei der Herstellung von LM-Potenzen wird die Verreibung flüssiger Arzneistoffe angewandt. Die Herstellung der C3-Trit erfolgt nicht im Sinne Hahnemanns: es wird nicht verrieben, sondern lediglich gemischt und getrocknet.
Bei LM-Potenzen werden Globuli der Größe 1 verwendet, zur Herstellung von Q-Potenzen werden die kleineren Microglobuli verwendet, was einen wesentlichen Unterschied ausmacht.