Der Pilz überwintert im abgefallenen Reblaub als Dauerspore. Diese Oosporen (Eisporen) keimen im Frühjahr bei ausreichender Durchnässung des Bodens und einer Tagesmindesttemperatur von 8 Grad mit einer Primärsporangie aus. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bodeninfektion ist zum einen die Keimung der Oosporen an der Bodenoberfläche, zum anderen kräftige Regenfälle (10 mm in drei Tagen) und Winde, die die Zoosporen auf die Blätter oder Gescheine verbreiten. Die Blätter müssen im Durchmesser größer als 2 cm sein (ab dem 3-Blattstadium ) und nach der Kontamination muss 10 Stunden Blattnässe herrschen.
Je stärker die Niederschläge und je weiter die Gescheine entwickelt sind, desto höher ist die Gefahr von starken Gescheins- oder Beereninfektionen mit erheblichen Ertrags- und Qualitätseinbußen. Der Befall mit Peronospora macht sich zuerst am Laub durch die Bildung der sogenannten Ölflecke bemerkbar. Nach dem Auftreten von Ölflecken entsteht bei feuchtwarmer Witterung ein weißer Pilzrasen auf der Blattunterseite. Die so gebildeten Sommersporangien werden mit dem Wind auf andere Rebteile übertragen und führen bei Vorhandensein von tropfbar flüssigem Wasser zu einer erneuten Infektion. Werden die Gescheine befallen, verfärben sich diese gelblich braun und verkümmern. Die größte Gefahr durch den Pilz besteht in dem Befall der Gescheine und der jungen Beeren sowie des Stielgerüstes.