Chronische Erkrankungen

Bei akuten Zuständen (z.B. kleinere Verletzungen) kann man auch als Laie selbst mit der Behandlung beginnen. Das sollte aber grundsätzlich erst nach der Verständigung des Arztes geschehen, oder auf dem Weg zum Arzt.

Bei chronischen Erkrankungen sollte man aber keinesfalls selbst die Behandlung mit homöopathischen Mitteln vornehmen. Die korrekte Leitung einer chronischen Kur erfordert intensives Studium und viel Erfahrung. Bis zur Heilung dauert es nicht selten mehrere Jahre, wobei verschiedene Einzelgaben von sorgfältig ausgewählten Arzneien verabreicht werden. Während der Behandlung einer chronischen Krankheit darf nicht mit den Mitteln dieser Hausapotheke "zwischenbehandelt" werden. Akute Zustände, die in der Wirkungszeit der Hochpotenzen auftreten, dürfen nur mit Hausmitteln behandelt werden; wie etwa Topfenwickel, Salzwasserinhalation, Einläufe, sowie bei Fieber Essigpatscherl. Keine stark riechenden Inhalationszusätze, Einreibungen oder Heilkräuter anwenden!!!

Eine gute Anleitung für solche Anwendungen gibt das Buch von Dr. Erich Rauch: Naturheilbehandlung der Erkältungs- und Infektionskrankheiten. Haug Verlag. Die hier empfohlene intensive Anwendung von Bittersalz sollte allerdings vermieden werden.

Es ist nämlich ein untrügliches Zeichen einer gut verlaufenden chronischen Behandlung, daß durch die gesteigerte Lebenskraft der Organismus widerstandsfähiger wird und meist "allein" mit banalen Infekten fertig werden kann.

Nach der Mittelgabe kann es auch bei chronischen Behandlungen zu einer Erstverschlimmerung kommen (s.o.). Oft treten auch Hautausschläge und Absonderungen aus Körperöffnungen auf, welche ohne Rücksprache keinesfalls behandelt werden dürfen.

Von der längerdauernden Einnahme (mehr als eine Woche) homöopathischer Niederpotenzen (D4 - D12) ist abzuraten, auch wenn diese von Ärzten, meist zugleich mit anderen Anwendungen, ohne genaue Befragung des Kranken verordnet werden.

Die Einnahme von Bachblüten und Komplexmitteln (homöopathische Mischmittel) kann die Dauerheilung mit einem Einzelmittel behindern, weil dadurch die Symptome ?verwischt? werden und eine korrekt gewählte Arznei blockiert wird.

Als besonders nachteilig hat sich hier die Anwendung der sogenannte Bioresonanztherapie erwiesen, die ebenfalls den Organismus blockiert. Die Symptome verschwinden zwar, aber nicht selten schreitet dabei die chronische Krankheit fort und setzt sich an anderen Organan fest, was meist erst nach einiger Zeit bemerkt wird. Solche "vorbehandelten" Patienten sind selbst durch ein genau passendes Einzelmittel kaum zu beeinflussen. Eine vollständige Heilung ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Mögliche Behandlungshindernisse bei chronischen Erkrankungen:

Bohnenkaffee, Schwarztee und auch Kräutertees können, wie die Erfahrung zeigt, einen homöopathischen Heilerfolg beeinträchtigen und sollten möglichst schon 1 bis 2 Wochen vor der Erstordination weggelassen werden. Malzkaffe, Apfelschalentee und ganz dünn zubereitete Kräutertees sind möglich. Pfefferminz- und Fencheltee, sowie Kamillentee sind in jedem Fall zu vermeiden. Ansonsten sollten die Kräutertees (nur ganz dünn zubereitet) gemischt oder häufig gewechselt werden.;damit sich der Organismus nicht an eine andere Substanz gewöhnt und so das homöopathische Mittel gleichsam verdrängt. Die Anwendung von ätherischen Ölen, Pfefferminzbonbons und starken Parfums, sollten vermieden werden. Täglicher und übermäßiger Genuß von Alkohol, Coca Cola, Schokolade, Kakao, blockieren meist die Arzneiwirkung. Auch das regelmäßige Fernsehen bei Kindern hat negative Auswirkungen. Eine interessante Erfahrung aus der Praxis ist es, daß eine gleichzeitig oder vorher durchgeführte Psychotherapie eine Arzneifindung erschweren oder sogar unmöglich machen kann. Spirale, Anti-Baby-Pille, Sterilisationsoperation oder Abtreibung beeinträchtigen ebenfalls den Heilerfolg.
Bitte erwähnen Sie auch, ob Röntgenaufnahmen, Zahnbehandlungen, Impfungen, Diät- oder Fastenkuren, Operationen in Vollnarkose oder mit lokaler Betäubung während der homöopathischen Behandlung geplant sind. Für die Behandlung von akuten Zuständen, für die diese Hausapotheke gedacht ist, gelten die zuletzt genannten Einschränkungen nicht.

Bitte vor der Anwendung einer Arznei den allgemeien Teil lesen !!!

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